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Archive for the ‘Vietnam 2012/2013’ Category

Über die Grenze nach Laos


Die Nacht war schon früh zu Ende, da der Bus bereits um 5:30h ab Dien Bien Phu startete. Bis zur Grenzstation waren es nur 34 km, aber die hatten es in sich. Die Straße war extrem schlecht, voller Schlaglöcher und Querrinnen. Zudem ging es eine Pass-Straße bergauf, womit der hoffnungslos überladene Bus seine Mühe hatte. Immerhin erreichten wir nach etwa 2,5 Stunden den vietnamesischen Grenzposten. Die Abfertigung vollzog sich hier relativ zügig und entspannt.

Anders beim der Einreise am laotischen Grenzübergang, etliche Kilometer weiter. Zunächst Schlange stehen zum Fiebermessen auf der Stirn (3.000 Kip), warten beim Visumsschalter, bis alle Pässe korrekt gecheckt, alle Daten in mehrere Folianten eingetragen, die Visa-Aufkleber auf einer leeren Pass-Seite platziert, handschriftlich ausgefüllt und gestempelt waren. Dann zum Bezahlen einen Schalter weiter, 30 USD für’s Visum und 3 USD „Stempelgebühr” abgedrückt … irgendwie alles eine ziemliche Abzocke.

Hinter der Grenze in Laos wurden dann die Straßen schlagartig besser, sogar sehr gut, eine relative Wohltat nach dem Geschüttel und Gestoße auf vietnamesischer Seite.

Irgendwann vor 12h kamen wir dann in Muang Khua an, dem ersten größeren Ort in Laos. Mittagessen und dann mit einem anderen Bus vom Busbahnhof 3 km außerhalb weiter nach Udomxai. Dort fanden wir unweit des Busbahnhofs ein nettes, sauberes und ruhiges Hotel.

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Nach Dien Bien Phu


Um 8:10h fuhr der Bus ab Sa Pa los, völlig überfüllt mit Menschen, Reissäcken und anderen Waren. Unsere Rucksäcke und die anderer Backpacker wurden in die hinteren Sitze und dazwischen gestapelt. Kurz gesagt: Es war sehr, sehr eng.

Nach einigen Kilometern verwandelte sich die Straße in eine kaputte Straße mit mengenweise Schlaglöchern, dann gab es nur noch Schotterpiste und letztendlich Erde als Untergrund, die vom Gewitter der vergangenen Nacht ziemlich aufgeweicht war. Gott sei Dank, stecken geblieben sind wir nicht.
Die meiste Zeit war ohnehin Schrittempo angesagt.

In DBP angekommen – übrigens einem historischen Ort, bei dessen Nennung jeder Vietnamese glänzende Augen bekommt, weil hier die Franzosen die entscheidende Niederlage für die Beendigung der Kolonialzeit erhalten hatten – buchten wir dann erst einmal unverzüglich die Weiterfahrt nach Laos, denn in diesem trostlosen Nest wollten wir nicht bleiben.

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Flower-Markt in Bac Ha


Dieser Markt findet jeden Sonntag statt und ist der größte Vietnams. Er dient der Versorgung der einheimischen Bergvölker. Immerhin ist dieser Flecken extrem abgeschieden, weshalb sich dieser große Markt herausgebildet hat. Verkauft wird alles, was irgendwie für Landwirtschaft und Haushalt benötigt wird: Rinder, Federvieh, Hunde, wobei man allerdings nicht weiß, was davon evtl. im Kochtopf landet. Dann natürlich die Utensilien, alles ist vorhanden.

Und dann natürlich die bunten Handwerksarbeiten der Hmong-Frauen, die sie auch stolz an sich selbst präsentieren. Flower-Markt ist insofern der richtige Ausdruck für die dort herrschende Farbenpracht.

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Sa Pa (2)


Heute führte uns eine wunderschöne, 12 km lange, organisierte Wanderung durch eine herrliche Landschaft mit permanent tollen Ausblicken auf die Hausberge – das ist die Yunnan-Gruppe mit dem Fansipan, dem mit 3.341m nicht nur höchsten Berg Vietnams, sondern ganz Indochinas.

Den ganzen Weg lang begleiteten uns eine Gruppe von Flower-Hmongs, unaufgefordert und ständig bemüht, uns irgendwie zu unterhalten. Sie seien auf dem Weg zu ihrem Heimatdorf, erklärten sie, dorthin also, wo unser Lunch geplant war. (Dass natürlich da etwas ganz anderes dahinter steckte, war mir von Anfang an klar.) Immerhin waren sie den Weg über unaufdringlich, und so ließen wir sie gewähren.

Nach den ersten 6km kamen wir dann am vorgesehenen Ort für’s Mittagessen an, und da packten unsere Reisegefährtinnen dann plötzlich alles aus, was sie am Körper bzw. in den Tragekörben mit sich getragen hatten, hauptsächlich Taschen, Tücher und Stoffe. Das war also des Pudels Kern …

Danach kamen wir noch durch zwei weitere Dörfer, bis wir irgendwann den wartenden Bus erreichten, der uns dann wieder hinauf nach Sa Pa brachte. Fazit: Eine wunderschöne Wanderung mit vielen Erlebnissen bei idealem Wetter.

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Sa Pa (1)


Nach einer kurzen, aber gleichwohl einigermaßen entspannten Fahrt im „Orient Express” erreichten wir gegen 6 Uhr die vietnamesische Endstation Lao Cai. Bei dem Zug mit dem legendären Namen handelt es sich aber nur um die Schlafwagen einer gleichnamigen Gesellschaft. Deren Waggons sind wesentlich besser ausgestattet und bieten deutlich mehr Komfort als die normalen Soft Sleeper, kosten aber auch um einiges mehr. Sie werden an die regulären Züge angehängt und haben eigenes Personal. So hatten wir einen eigenen Steward, der sich ausschließlich um unsere Belange gekümmert hat. Und auch die Bauweise der Waggons schien mir deutlich besser, was daran zu spüren war, dass sie sehr ruhig liefen.

Abgeholt wurden wir und einige andere Reisende mit Minibussen. Auf der etwa 40 km langen Fahrt nach Sa Pa wurde es allmählich hell und wir konnten ein wenig die Schönheit der Berglandschaft Nordvietnams erahnen.

Allen Unkenrufen zum Trotz – kalt, neblig, Regen, Schnee wurde uns gesagt – hatten wir tagsüber die besten Wetterverhältnisse, es war sonnig warm, so dass wir – nach Organisation der Ausflüge der nächsten Tage und der Weiterreise nach Laos – noch ein wenig die Gegend erkundeten.

In einigen Kilometern Entfernung gibt es das Dorf „Cat Cat“, besiedelt von der ethnischen Minderheitengruppe der Schwarzen Hmong. Dorthin machten wir uns auf den Weg, es ging immer bergab, zunächst auf einer Art Landstraße. Die „Besichtigung” des Dorfs (40.000 VND Eintritt) reduzierte sich auf eine Zwangsführung an den Hmong-Häusern vorbei, in denen das von den Bewohnern produzierte Kunsthandwerk – meistens Taschen oder Schals bzw. Tücher aus wunderschönen, gewebten Stoffen –angeboten wird. Leider konnten wir uns nicht so recht mit diesem Angebot beschäftigen, da wir relativ spät am Nachmittag dran waren und nicht wussten, wie weit wir noch zu laufen hatten. Wir wollten keinesfalls in die Dunkelheit kommen und auf jeden Fall noch zwei Moped-Taxis zurück nach Sa Pa irgendwo erwischen.

Unser Weg bestand ab Dorfmitte nur noch aus großen Stufen, die auch bei Nicht-Knievorgeschädigten gewisse Belastungen hervorriefen. Mit anderen Worten: Diese Stufen permanent abwärts zu gehen war ganz schön anstrengend; hinzu kam die Hitze (im Schatten etwa 25°C), denn hier im Gebirge brennt die Sonne auch nachmittags noch gut.

Doch irgendwo im Tal erwartete uns dann schließlich ein schöner Wasserfall, und dann war es nur noch Sache einer guten halben Stunde, bis wir den Weg erreicht hatten, wo einige Driver mit ihren Mopeds warteten. Sie verlangten dann erst einmal 10 Dollar für den Rückweg nach Sa Pa, mussten sich dann letztendlich mit einem Viertel zufrieden geben – obwohl wir eindeutig in der schwächeren Verhandlungsposition waren.

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Nachtrag zum Wetter: Richtig kalt ist es nachts, und wir ziehen alles an, was die Rucksäcke her geben (incl. Skiunterwäsche), wenn wir uns am frühen Abend auf zum Dinner machen. Immerhin können wir unser Zimmer per Klimaanlage heizen, die höchste Stufe von 32°C war noch vom Vorgänger her eingestellt …

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Hanoi (3)


Das Museum für Ethnologie stand heute auf unserem Programm. Das bedeutete zunächst eine Dreiviertelstunde Fahrt im vollgestopften Bus ( zum Glück waren wir an der Starthaltestelle eingestiegen und hatten daher Sitzplätze ), dann sehr ermüdendes Durchfragen zum Museum, wobei uns eine Englisch sprechende Schülerin wertvolle Hilfe leistete, indem sie uns die vietnamesische Bezeichnung des Museums aufschrieb.

Das Museum selbst bietet einen guten Überblick über die ethnischen Minderheiten in Vietnam, wobei uns natürlich besonders die Hmong interessierten, deren Gebiet wir in den nächsten Tagen besuchen werden.

In 2 Stunden geht es los mit dem Nachtzug nach Lao Cai in der Nähe der chinesischen Grenze, wo wir gegen 6 Uhr Ortszeit ankommen werden.

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Hanoi (2)


Heute war das Wetter das erste Mal seit einigen Tagen so, dass wir Lust hatten, wieder gezielt etwas zu unternehmen: trocken, hin und wieder schaute die Sonne heraus und die Temperaturen lagen gefühlt deutlich über 20°C.

Erstes Ziel war der sog. „Literaturtempel”, etwa 45 Minuten Fußweg von unserem Hotel entfernt. Diese Anlage ist etwa 1.000 Jahre alt und diente früher u.a. als Universität – ein wunderschönes Beispiel vietnamesischer Architektur. Mehrere Innenhöfe gruppieren sich um eine Pagode, in der Konfuzius mit 4 Schülern dargestellt ist.

Das krasse Gegenbeispiel liefert der Riesenkomplex rund um das Ho-Chi-Minh-Mausoleum, zu dem wir danach gewandert sind. Hier ist erst einmal alles weiträumig von Polizei und Militär abgesperrt, das Mausoleum selbst ein quadratischer Betonklotz voller stalinistischem Charme.

Ein etwas erfreulicherer Lichtblick: Die Ein-Säulen-Pagode, eines der Wahrzeichen Hanois.

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