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Sa Pa (2)


Heute führte uns eine wunderschöne, 12 km lange, organisierte Wanderung durch eine herrliche Landschaft mit permanent tollen Ausblicken auf die Hausberge – das ist die Yunnan-Gruppe mit dem Fansipan, dem mit 3.341m nicht nur höchsten Berg Vietnams, sondern ganz Indochinas.

Den ganzen Weg lang begleiteten uns eine Gruppe von Flower-Hmongs, unaufgefordert und ständig bemüht, uns irgendwie zu unterhalten. Sie seien auf dem Weg zu ihrem Heimatdorf, erklärten sie, dorthin also, wo unser Lunch geplant war. (Dass natürlich da etwas ganz anderes dahinter steckte, war mir von Anfang an klar.) Immerhin waren sie den Weg über unaufdringlich, und so ließen wir sie gewähren.

Nach den ersten 6km kamen wir dann am vorgesehenen Ort für’s Mittagessen an, und da packten unsere Reisegefährtinnen dann plötzlich alles aus, was sie am Körper bzw. in den Tragekörben mit sich getragen hatten, hauptsächlich Taschen, Tücher und Stoffe. Das war also des Pudels Kern …

Danach kamen wir noch durch zwei weitere Dörfer, bis wir irgendwann den wartenden Bus erreichten, der uns dann wieder hinauf nach Sa Pa brachte. Fazit: Eine wunderschöne Wanderung mit vielen Erlebnissen bei idealem Wetter.

Fotos

CU

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Die Geschichte vom Mönch

30/01/2010 1 Kommentar

Es war einmal ein Moench. Der war zum Goldenen Felsen gepilgert und hatte dort allerlei Medizin – Puelverchen, Tinkuren, Gebetsketten etc. – fuer seine 67jaehrige Mutter gekauft. Auf der LKW-Station traf er drei Touristen, zwei Maenner aus Germany und eine Frau aus Belgium, welche die Abfahrt des letzten LKW ins Tal verpasst hatten. Die Touristen hatten bereits alles versucht, um motorisiert ins Tal zu gelangen, aber die Vorschriften oben auf dem Berg waren so streng, dass den Fremden nur der Abstieg zu Fuss uebrig blieb. Also bot er seine Hilfe an und begleitete die Drei bergab. Nach einiger Zeit schlossen sich ein Polizist, der es fuer seine Pflicht hielt, gut auf die Gaeste des Landes aufzupassen, und ein weiterer Mann der kleinen Gruppe an.
Es war ein netter Abstieg auf der breiten, aber teilweise auch recht steilen LKW-Trasse, wobei der Fast-Vollmond mit seinem milden Licht ein angenehmer Begleiter war. Da die Strasse ja gesperrt war, stoerte keine motorisierte Begegnung den meditativen, gleichwohl aber zuegigen Abstieg. Nachdem das Sextett sich nach 1,5 Stunden nach etwas Trinkbarem gesehnt hatte, tauchte ploetzlich – welch Wunder – am Strassenrand eine einsame Huette auf, in dem ein armer Mann lebte. Dieser verfuegte ueber ausreichend Getraenke und auch einige Knabbereien, die er der Gruppe anbot. Nachdem sich die Reisenden gestaerkt hatten und den armen Mann fuer seine Labungen entlohnen wollte, war – ein weiteres Wunder – schon alles abgegolten, der Moench hatte schon dafuer gesorgt und sich dafuer sicher weitere Verdienste fuer spaeter erworben.
Die Gruppe zog weiter, und ploetzlich bat der Moench seine Begleiter, sich im Kreis mitten auf die Strasse zu setzen. Er packte seine Plastiktuete aus und stellte nach und nach saemtliche Spezereien vor, die er mit sich fuehrte. Und jeder musste alles probieren – ein Puelverchen, aufgeloest in ein wenig Wasser, das muede Touristen innerhalb von 10 Minuten wieder munter macht, eine Tinktur, die jeder in seine schmerzenden Gelenke und Muskeln einreiben musste. Er erklaert in gutem Englisch – er war schliesslich ein gebildeter Moench – genau, wie die Mittelchen wirkten und dass diese nur auf diesem heiligen Berg gut und guenstig zu erwerben seien. Zum Abschluss schenkte er jedem auslaendischen Gast ein Flaeschchen der Wundertinktur und eine Gebetskette, bevor sie sich erhoben und den Abstieg fortsetzten.
Nach einer weiteren Stunde erreichte die Gruppe den Zielort, und der Moench war so ueberraschend schnell verschwunden, wie er oben auf dem Berg erschienen war, ohne die Chance, den Dank der auslaendischen Gaeste entgegenzunehmen.
Diese Geschichte mag daher die guten Taten des frommem Mannes fuer die Ewigkeit dokumentieren.
CU

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