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Die Geschichte vom Mönch


Es war einmal ein Moench. Der war zum Goldenen Felsen gepilgert und hatte dort allerlei Medizin – Puelverchen, Tinkuren, Gebetsketten etc. – fuer seine 67jaehrige Mutter gekauft. Auf der LKW-Station traf er drei Touristen, zwei Maenner aus Germany und eine Frau aus Belgium, welche die Abfahrt des letzten LKW ins Tal verpasst hatten. Die Touristen hatten bereits alles versucht, um motorisiert ins Tal zu gelangen, aber die Vorschriften oben auf dem Berg waren so streng, dass den Fremden nur der Abstieg zu Fuss uebrig blieb. Also bot er seine Hilfe an und begleitete die Drei bergab. Nach einiger Zeit schlossen sich ein Polizist, der es fuer seine Pflicht hielt, gut auf die Gaeste des Landes aufzupassen, und ein weiterer Mann der kleinen Gruppe an.
Es war ein netter Abstieg auf der breiten, aber teilweise auch recht steilen LKW-Trasse, wobei der Fast-Vollmond mit seinem milden Licht ein angenehmer Begleiter war. Da die Strasse ja gesperrt war, stoerte keine motorisierte Begegnung den meditativen, gleichwohl aber zuegigen Abstieg. Nachdem das Sextett sich nach 1,5 Stunden nach etwas Trinkbarem gesehnt hatte, tauchte ploetzlich – welch Wunder – am Strassenrand eine einsame Huette auf, in dem ein armer Mann lebte. Dieser verfuegte ueber ausreichend Getraenke und auch einige Knabbereien, die er der Gruppe anbot. Nachdem sich die Reisenden gestaerkt hatten und den armen Mann fuer seine Labungen entlohnen wollte, war – ein weiteres Wunder – schon alles abgegolten, der Moench hatte schon dafuer gesorgt und sich dafuer sicher weitere Verdienste fuer spaeter erworben.
Die Gruppe zog weiter, und ploetzlich bat der Moench seine Begleiter, sich im Kreis mitten auf die Strasse zu setzen. Er packte seine Plastiktuete aus und stellte nach und nach saemtliche Spezereien vor, die er mit sich fuehrte. Und jeder musste alles probieren – ein Puelverchen, aufgeloest in ein wenig Wasser, das muede Touristen innerhalb von 10 Minuten wieder munter macht, eine Tinktur, die jeder in seine schmerzenden Gelenke und Muskeln einreiben musste. Er erklaert in gutem Englisch – er war schliesslich ein gebildeter Moench – genau, wie die Mittelchen wirkten und dass diese nur auf diesem heiligen Berg gut und guenstig zu erwerben seien. Zum Abschluss schenkte er jedem auslaendischen Gast ein Flaeschchen der Wundertinktur und eine Gebetskette, bevor sie sich erhoben und den Abstieg fortsetzten.
Nach einer weiteren Stunde erreichte die Gruppe den Zielort, und der Moench war so ueberraschend schnell verschwunden, wie er oben auf dem Berg erschienen war, ohne die Chance, den Dank der auslaendischen Gaeste entgegenzunehmen.
Diese Geschichte mag daher die guten Taten des frommem Mannes fuer die Ewigkeit dokumentieren.
CU

Kategorien:Burma 2010 Schlagwörter: , , ,
  1. 31/01/2010 um 14:34

    Schöne Geschichten vom Reisen können den alaskaähnlichen europäischen Dauerwinter zumindest im Kopf etwas antauen. Deshalb freue ich mich schon auf die darauf folgenden aus der heißen Pfanne Thailands. Komm gut dort an! Willi

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