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Die Maer von den vielen kleinen Dollarscheinen


(Wichtige Info: Dieser Artikel beschreibt die Situation von Anfang 2010, die Realität sieht heute anders aus.)

Es heisst in vielen Empfehlungen – gedruckt oder auch im Internet bzw. muendlich: Faehrst Du nach Myanmar, nimm viele kleine Dollarscheine mit. Ich bin jetzt ueber 2 Wochen im Lande gereist und habe fast meinen gesamten Bestand an 1-Dollar-Noten noch in der Tasche, insgesamt 150 USD, ein ganz dicker Packen. Das heisst, bis jetzt habe ich kaum kleine Scheine benoetigt.

Im folgenden daher einige grundsaetzliche Bemerkungen zum Geldverkehr in Myanmar:
Geldwechsel vollzieht sich ausschliesslich mit Bargeld, Travellerschecks koennen nicht eingeloest werden, Geldautomaten (ATM) gibt es nicht, d.h. das zu wechselnde Geld muss in Banknoten mit ins Land gebracht werden. Die Hauptwaehrung ist dabei der US-Dollar, bis zu 2.000 USD duerfen deklarationsfrei eingefuehrt werden, was sowohl Backpackern als auch Pauschaltouristen angesichts der nur 28 Tage gueltigen Aufenthaltserlaubnis ausreichen sollte. Gewechselt werden aber auch Euro-Noten, mittlerweile in praktisch allen Touristenorten.

Der Umtausch findet praktisch ausschliesslich auf dem Schwarzmarkt statt. Der staatlich festgelegte Wechselkurs von 1 USD = 6 Kwat ist dermassen unrealistisch, dass niemand bei den Banken tauscht, denn auf dem Schwarzmarkt gibt es dafuer problemlos 950 bis 990 Kwat, je nach Ort und Banknotenwert; allerdings nur, wenn man druckfrische Exemplare vorweist. Ein kleiner Knick an einer Ecke, ein wenig knittriges Papier, und schon wird der Schein abgelehnt, vor allem wenn es sich um 100 Dollar handelt. Auch ein Schein mit der Seriennummer CB…. wurde in meiner Anwesenheit abgelehnt und ein anderer verlangt. Offenbar stimmt das, was in verschiedenen Foren und Reisefuehrern bzgl. der Seriennummer berichtet wurde. Bei 50ern scheint man dagegen nicht so genau hinzuschauen.
Umtauschen kann man praktisch fast ueberall, im Guesthouse/Hotel, Internet-Cafe, Travel Agency, dies ist in der Regel voellig risikolos, dafuer bekommt man auf der anderen Seite einen etwas unguenstigeren Kurs. Mehr Gegenwert erhaelt man auf der Strasse, wo man vor allem in Yangun offen angesprochen wird. Der angebotene Kurs kann ganz schnell zum Minus-Geschaeft werden, wenn diese fliegenden Haendler mit diversen Tricks arbeiten, z.B. einen anderen 100-Dollar-Schein verlangen, und der zurueckgegebene entpuppt sich als 1-Dollar-Schein. Oder man laesst dem Kunden keine Zeit zum Nachzaehlen des Geldes mit den Worten: Polizei, schnell weg o.ae. Dabei vollzieht sich diese ganze Wechselei unter dem Auge des Gesetzes, es wird geduldet und keinerlei Obrigkeit schreitet ein.
Das Geld wird etwa folgendermassen eingesetzt:
– Dollarscheine (neu, moeglichst 100er) benoetigt man fuer den Umtausch in Landeswaehrung.
– Dollarscheine (gebraucht, aber unbeschaedigt, 10er und 20er) benoetigt man zum Bezahlen der Hotelrechnungen. Da diese grundsaetzlich in USD ausgestellt und bezahlt werden, erhaelt man auch Wechselgeld ind USD zurueck. Dem Vernehmen nach werden auch Boote und Eisenbahn in USD bezahlt, dazu kann ich aber aus eigener Erfahrung nichts sagen.
– Mit Landeswaehrung bestreitet man das Gros der Ausgaben: Busse, Essen/Trinken, Einkaeufe etc.
Bleibt nach wie vor die Frage offen: Wozu benoetigt man kleine Dollarscheine?
CU

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