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Die „goldene“ Stadt


So wird Jaisalmer auch genannt, eigentlich keine Ahnung, warum. Die vorherrschende Farbe ist Rot – morgens bei Sonnenaufgang, abends bei Sonnenuntergang und tagsueber auch. Die Festung ist erbaut aus rotem Sandstein, so scheint es.

Nachdem wir heute den gesamten Tag ausschliesslich in Jaisalmer verbrachten, haben wir doch wesentlich intensiver als gestern die Atmopshaere schnuppern koennen, und beide sind wir zur Ueberzeugung gekommen, dass uns diese kleine, ueberschaubare Stadt ausnehmend gut gefaellt. Die Wege sind relativ kurz, von unserem Guesthouse im Fort selbst durch die Tore in die ausserhalb liegende Stadt ganz gemuetliche 15 Minuten. Die Haendler sind wirklich ganz zahm und die Leute ungemein freundlich. Ruhig schlafen kann man nachts auch, es ist einfach kaum Betrieb in der dunklen Tageszeit.

Haute Morgen um 7.30 h habe ich mich aufgemacht und bin durch die gerade heller werdenden Gassen des Forts spaziert, konnte den Schein der hoeher steigenden Sonne an den Hauswaenden empor kriechen sehen. Die Muellabfuhr in Gestalt einer Frau im Sari begegnete mir kurz nachdem ich das Hotel verlassen hatte. Allerdings befand sich diese in direktem Konkurrenzkampf mit einem Rindviech, das ihr die aufgesammelten Abfaelle aus dem Wagen klaubte.

Ich verliess dann die Festung und traf ausserhalb des letzten Tors ein sehr lebhaftes Treiben an, ein krasser Kontrast zu der Verschlafenheit der Oberstadt. Ich machte mich erst einmal aus dem Staub und wanderte im Uhrzeigersinn um die Festung. Ich habe leider nicht auf die Uhr geschaut, aber nicht laenger als schaetzungsweise 45 Minuten duerfte diese Aktivitaet gedauert haben, woraus sich auf die Groesse des Forts schliessen laesst.

Danach hatte ich mir meinen Chai redlich verdient, und vor dem ersten Festungstor boten mehrere Staende dieses typische Getraenk an.  Die Zubereitung in dieser Form war fuer mich neu> Ein grosser Kessel auf dem Feuer, gefuellt mit Wasser, Tee und Milch, alles zusammen mit einer kleinen Hand voll spezieller Gewuerze gekocht, dann ueber einen Stoff-Filter in kleine Glaeschen gesiebt. Ah so, kraeftig suess war es, irgendwie recht nahrhaft …

Nach einem ausgiebigen Fruehstueck auf unserem View Point im Hotel – europaeisch mit scheusslich schmeckendem Nescafe (nie wieder) – verbrachten wir den Rest des Vormittags bei der Besichtigung des Stadtpalastes. Konkrete Infos zu diesem Bauwerk werde  ich zu spaeterer Zeit in meinem kompletten Reisebericht veroeffentlichen, zu suchen unter http://www.geo-reisecommunity.de/suche?searchTerm=klarinos ausfuehren. Nur so viel sei kurz gesagt: Es war sehr interessant, und auf dem hoechsten Punkt, einer grossen Plattform, die gleichzeitig auch den hoesten Punkt der Stadt darstellte, sah man wirklich in allen Richtungen nach unten. Absolut sehenswert, dieses Gebaeude.

Der Nachmittag diente der erneuten Umrundung der Festung, diesmal mit Markus, wobei wir einmal in deas „Desert Festival“ schauen wollten, das die naechsten Tage auf einem grossen Platz ausserhalb stattfindet. Wir liefen eine ganze Weile durch die gleissende Sonne, bis wir den Veranstaltungsort fanden, aber da war eigentlich nicht viel los. Ein paar Essensstaende, ein Kind auf dem Hochseil, eine ganze Ecke weiter war noch was, aber da hatten wir schon keine Lust mehr, dorthin zu gehen. Laut Reisefuehrer ist dies eine eigens fuer Touristen geschaffene Veranstaltung, aber irgendwie scheint dort ein Marketing-Manager gefehlt zu haben …

Nun gut, Touri-Veranstaltungen liegen uns ohnehin nicht so sehr, und so liessen wir den Tag ausklingen auf der Terrasse de 8.- Juli-Restaurants, von der aus man hautnah das Treiben auf dem Platz vor dem City Palace beobachten konnte. Uebrigens: Lassis und Speisen durchaus zu empfehlen.

Auf eine Kamelsafari in die Wueste, wie sie hier von einem halben Tag bis zu 30 Tagen angeboten wird, haben wir verzichtet. Ich selbst kenne so was von frueher her und muss es nicht noch einmal haben, und Markus ist nur begrenzt schwindelfrei und moechte sich der luftigen Hoehe auf dem Kamelbuckel incl. Geschaukel nicht aussetzen.

So werden wir morgen noch einen gemuetlichen Tag im Staedtchen verleben und dann gegen 23 h den Liegewagen nach Jodhpur, der „Blauen Stadt“ besteigen. Mal sehen, was es dort mit der Farbe auf sich hat. Ich halte Euch auf dem Laufenden.

CU

Kategorien:Indien 2009 Schlagwörter: ,
  1. 08/02/2009 um 21:30

    > „So wird Jaisalmer auch genannt, eigentlich keine Ahnung, warum. Die vorherrschende Farbe ist Rot“

    Das musst Du mit Poesie sehen: die Stadt erscheint unter Sonneneinstrahlung wie in goldenes Licht getaucht – ein Goldstück in der Wüste, das durch das rötlich erscheinende Baumaterial aufgewertet wird.

    Jetzt überlege ich grade – Jodhpur… ist das nicht die Stadt, vor der eine kleine Insel mit Hotel in einem See liegt? Netter Ort, so meine Erinnerung.

    Von Joeys Pizza gefüllt (endlich, nach 21 Minuten war sie da): gute Weiterreise. Aktualisierungen im Blog krieg ich übrigens sofort mit.

    Willi

    • 10/02/2009 um 06:14

      Hallo Willi,
      Fein dieser rege Gedankenaustausch über die Kontinente hinweg! Ich freue mich auf unser Wiedersehen, vorerst wohl eher nicht im Biergarten …
      LG Michael

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